Blue Ribbon Cup 2016


Der Blue Ribbon Cup 2016 – die Langstreckenregatta, die das Prädikat Offshore für uns voll und ganz erfüllt hat.

Vom 17. bis zum 21. August fand der Blue Ribbon Cup statt: Von Kiel – Düsternbrook geht es durch den großen Belt um Seeland herum mit Ziel vor dem KDY – Königlichen Dänischen Yachtclub – etwas nördlich von Kopenhagen und nach einem Tag Pause mit Ausschlafen, Boot Aufklaren und BBQ zurück mit Start vor dem Tuborg Hafen über Gedser und an Fehmarn vorbei zum Ziel beim Kieler Leuchtturm.

Während wir uns bei Inshore Rennen heimisch fühlen und sich eine gewisse Routine bei Tonnenrundungen, taktischen Entscheidungen und Starts entwickelt hat, sind Offshore Rennen für uns noch neu, voller Herausforderungen und lehrreichen Erfahrungen bestückt. Und obwohl man sich bei Wind und Welle gegenan, Regen, Blitz und Donner von oben und Kälte, die von unten durch Ölzeug wandert, kurzzeitig fragt, ob nicht Netflix auf dem Sofa für das Wochenende auch völlig in Ordnung gewesen wäre, kommt man zum Schluss, dass man beim ORC Segeln genau dieses Abenteuer mitgebucht hat!

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Um nur einige Momente Revue passieren zu lassen gab es da zu aller erst die Safety Parade vor dem Kieler-Yacht-Club in Düsternbrook, wo wir alle : Anke, Stine, Inga, Kristin M, Kristin R, Sigi, Uta, Anica, Sophie und Smirre der Fuchs mit Schimmweste und Lifebelt an Deck antreten sollten.
Nach dem Start um 19:00Uhr ging es dann bei sehr flauem Wind und in Begleitung von einem Kreuzfahrtschiff und einem Delfin raus aus der Förde dem Sonnenuntergang bei Langeland entgegen. Von da an wurde gekreuzt, zunächst bis zur großen Beltbrücke weiter am Roesnaes Pull vorbei bis hoch Sjaellands Rev wo wir 15 bis 20 Knoten hatten und Akka über recht ordentliche Wellen fliegen musste. Ab da fielen wir auf einen langen, langen Halbwindkurs ab. Gegen Abend erreichten wir schließlich Helsingör Schloss. Der Sonnenuntergang der uns dahinter erwartet hat, lässt alle Fantasy- und Märchenfilm Special Effects Designer vor Neid erblassen. Die Sonne leuchtete hinter dem Wald pink, magenta aus dem Nebel hervor und ging mit dem Wind vor dem Ziel schlafen. Dort sollten wir uns einmal 20 Minuten vorher und beim Zieldurchgang per Funk beim KDY melden. Die Ziellinie befand sich zwischen dem Regattahaus und einer weiß blinkenden Tonne, welche wir nach genau 26 Stunden 24 Minuten und 35 Sekunden als erstes Boot von Gruppe 3 passierten. Weil wir als schnelles Boot sehr großzügig sind, gaben wir auch dieses mal etwas von unserer Zeit ab und wurden berechnet 4.! Für uns ein super Ergebnis! In unserer Box im Tuborg Hafen angekommen gab es noch Bier und Hotdogs satt, bevor es dann ab ins Bett ging.

Am Freitag war Layday, an dem Fell und Ölzeug getrocknet, Akka wieder sauber und der Kühlschrank wieder aufgefüllt wurden. Abends erwartete uns das BBQ im Hellerup Segelclub mit Freibier, Fleisch und Softeis – was will man mehr?

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Samstag um 10:00Uhr ging es dann gestärkt auf die Rückregatta. Diese war geprägt durch Winde zwischen 4 und 15 Knoten bis kurzzeitig rauf zu 25 Knoten, was soviel heißt wie: SEGELWECHSEL! Wir haben nicht gezählt, wie oft wir von der Light zur Medium Heavy und zurück gewechselt haben, aber es war ein super Training. Nachts war dann ein Wechselbad: von trocken zu nass, von leicht zu viel Wind, von dunkel zu hellem Mondschein zu dunkel zu Blitz, von chillig zu ruppig, von Windräder zu Fahrwasser zu unbeleuchtete Untiefen-Tonne bei Gedser. Es kamen kurz Erinnerungen an unser Fire & Safty Training in Elsfleth wo Regen, Wellen und Blitze auch auf Knopfdruck an- und ausgeschaltet werden konnten. Aber irgendwann kam die Sonne hoch und Fehmarn tauchte neben uns auf. Dann war der Leuchtturm nicht mehr weit, bei dem wir schließlich müde und glücklich nach 25 Stunden und 37 Minuten durchs Ziel gingen. Diesmal waren uns die anderen zu dicht auf den Fersen, so dass wir einen 7. Platz nach der Berechnung gesegelt sind.

Danke an den Kieler-Yacht-Club für diese schöne Veranstaltung, die wir bestimmt auch für nächstes Jahr wieder in unseren Regattakalender eintragen werden!

Vielen Dank auch an Sigi, der es mit 8 Mädels auf der Kante ausgehalten, uns im Pit und am Steuer unterstützt hat und dieses tolle Projekt erst möglich gemacht hat!

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